Tipps zur Küchenplanung: So planen Sie Ihre neue Küche richtig

Egal ob Zeile, L-Form oder mit Kochinsel – eine gut durchdachte Küchenplanung ist die unverzichtbare Grundlage jedes Küchenkaufs. Wir zeigen Ihnen, in welchen vier Schritten sie ablaufen sollte und was Sie dabei unbedingt beachten müssen.

Warum eine sorgfältige Küchenplanung immens wichtig ist

Sind Sie bei der Küchenplanung nachlässig, ist früher oder später der Teufel los. Die fatalen Folgen von Planungsfehlern zeigen sich meistens nicht sofort, spätestens aber dann, wenn die Küche aufgebaut und in Gebrauch genommen wird.

Es ist sehr bezeichnend, was mir eine Leserin per E-Mail schrieb:

„Guten Tag Herr Günther, in den letzten Monaten habe ich etwa 17.000,00 € in den Sand gesetzt. Ich bin erschüttert, verzweifelt und wütend über meine eigene Dummheit, Fachkräften in der Möbelbranche blindlings vertraut zu haben.

Wir haben vor kurzem ein Haus gebaut und bereits nach dem Innenputz haben wir uns um unseren Küchenkauf bemüht. In einem Küchenstudio vor Ort haben wir das kostenlose Beratungsangebot in Anspruch genommen. Der Berater hat uns völlig von unserer ursprünglichen Küchenplanung abgebracht.

Daraufhin wurden die Elektroanschlüsse und die Wasserleitungen ganz anders verlegt. Wir haben einer sündhaft teuren Eckspüle von V+B zugestimmt, da eine normale Variante nach Meinung des Planers nicht passen würde. Auch einer Arbeitshöhe von 93 cm haben wir zugestimmt mit der Begründung, dass ich eine Schubladenreihe mehr habe.

Unterschrieben plus 20% Anzahlung und nach 16 Wochen kam die Küche. Resultat: Mit meiner Größe von 158 cm komme ich kaum an die Spüle noch sehe ich, was in meinen Kochtopf ist. Ich kann kein Brot schneiden und insgesamt habe ich in einer 9,5 m² großen Küche genau 20 cm und 40 cm Arbeitsfläche.

Der Küchenverkäufer verweigert jegliche Art von Schuld. Er übernimmt keine Verantwortung für sein Beratungsgespräch, obwohl er uns zu diesem Ergebnis in vier Sitzungen hingeführt hat. Ist das rechtens?“

Da sind gravierende Planungsfehler passiert. Ein seltener Einzelfall? Leider Nein. In der täglichen Planungspraxis treten noch wesentlich mehr auf.

Um ein solches Desaster zu vermeiden, ist es ungeheuer wichtig, dass Sie sich selbst so detailliert wie möglich mit der Planung Ihrer neuen Küche befassen. Denn erst wenn Sie genau wissen, was Sie wollen, stehen die Chancen gut, es auch zu bekommen.

Schritt 1: Die eigene Küchenplanung

Wenn ein Umzug oder eine Renovierung der Anlass für den Küchenkauf ist, nehmen Sie zunächst die Raummaße genau auf. Gibt es bereits eine Grundrisszeichnung? Das ist prima. Nutzen Sie diese, aber verzichten Sie keinesfalls darauf, die eingetragenen Maße zu überprüfen. Bei der Küchenplanung kommt es nämlich auf jeden Zentimeter an!

Hier eine Checkliste, welche Maße Sie für die Planung brauchen:

  • Grundriss des Küchenraums (Länge und Breite aller Stellwände);
  • Position der Fenster inkl. Rollladenzüge (Breiten, Höhen und Abstände zur Wand);
  • Höhe und Tiefe der Fensterbänke;
  • Position der Heizkörper (inklusive Tiefe zur Wand);
  • Abstände der Installationen (Zu-/Ablauf Wasser, elektrische Anschlüsse und Steckdosen) von der Wand und vom Fußboden;
  • Wandfliesen (geflieste Fläche und Fliesenstärke);
  • Falls vorhanden, besondere räumliche Gegebenheiten wie Nischen, Mauervorsprünge (z.B. Kamin) und Dachschrägen beachten;

Beziehen Sie einen Neubau, dann sollten Sie die Küchenplanung von Anfang an berücksichtigen. Je früher Sie beginnen, desto einfacher lässt sich der Einbau von Leitungen und Anschlüssen realisieren (Installationsplan).

Denken Sie dabei nicht alleine an die Anschlüsse für Backofen, Kochfeld, Kühlschrank, Spüle und Geschirrspüler. Achten Sie auch darauf, ausreichend Steckdosen im Arbeitsbereich einzuplanen – und zwar möglichst gut verteilt.

Küchenplanung: Grundriss-Zeichnung mit einem KüchenplanerHaben Sie den Grundriss erstellt und alles ausgemessen, kann es mit der eigentlichen Planung losgehen.

Bequem und einfach geht das mit einem der vielen kostenlosen Küchenplanungsprogramme, die Händler und Küchenhersteller online zur Verfügung stellen. Welche Programme empfehlenswert sind, erfahren Sie in unserer Rubrik Küchenplaner.

Das Arbeiten mit einem virtuellen Küchenplaner am PC hat einen großen Vorteil: Sie können problemlos mit der Anordnung von Geräten und Schränken experimentieren und erhalten so ein immer besseres Gefühl dafür, was sinnvoll ist und was nicht.

Außerdem können Sie die Küche aus mehreren Blickwinkeln betrachten und das Planungsergebnis bei vielen Programmen als PDF speichern.

Inzwischen könnte bei Ihnen die Frage aufgekommen sein: „Muss ich nicht schon bei der Küchenplanung beachten, welches Küchenmodell von welchen Hersteller ich haben möchte?“

Nein, das müssen Sie nicht. Die Modelle fast aller Küchenhersteller sind durchweg austauschbar. Sie können also unabhängig von der Planung gemeinsam mit einem Küchenfachberater im Küchenstudio herausfinden, welche Küche in Bezug auf Marke, Material und Ausstattung für Sie optimal ist.

Olaf GüntherTipp von TV-Küchenexperte Olaf Günther: "Ihre neue Küche je nach Hersteller bis zu 12.000,00 € günstiger! Wo und wie zeigen wir Ihnen hier..."

Schritt 2: Die Küchenplanung mit einem Berater

Eine Küche perfekt planen – dazu gehört schon eine ordentliche Portion Erfahrung. Vor allem, weil die Berücksichtigung der Ergonomie bei einer Küchenplanung nicht fehlen darf.

Es ist also immer ratsam, eine professionelle Beratung im Küchenstudio in Anspruch zu nehmen. Denn schließlich soll ja später alles passen, funktionieren und das Arbeiten in der Küche nicht mit unnötig langen Laufwegen verbunden sein.

Die gute Nachricht: Eine Küchenplanung im Studio oder in der Küchenfachabteilung eines Möbelhauses kostet grundsätzlich erst einmal nichts und ist völlig unverbindlich. Es besteht kein Kaufzwang.

Natürlich möchte der Berater nicht nur planen sondern hauptsächlich verkaufen. Daher wird er Sie am Ende des Beratungsgesprächs mit allen Mitteln drängen, einen Kaufvertrag zu unterschreiben.

Das sollten Sie allerdings aus zwei Gründen keinesfalls tun:

  1. In dieser Planungsphase geht es zunächst darum, die optimale Auswahl und Anordnung von Schränken und Geräten zu finden – nicht um den Preis, die Ausstattung oder das Küchenmodell.
  2. Es gibt viele gute, aber leider auch viele schlechte Berater (siehe oben). Daher sollten Sie in jedem Fall mehrere Angebote einholen.

Weiterhin ist wichtig:

Lassen Sie Ihren eigenen Küchenplan zunächst in der Tasche und hören und schauen Sie, was der Berater Ihnen an Vorschlägen zu bieten hat. Händigt er Ihnen den fertigen Plan schriftlich aus, so können Sie diesen zuhause noch einmal in Ruhe mit Ihrer eigenen Planung vergleichen.

Schritt 3: Überprüfung aller Vorschläge

Stimmt alles? Fühlen Sie sich gut beraten oder hatten Sie den Eindruck, dass die Küchenplanung des Verkäufers doch sehr weit von Ihren ursprünglichen Ideen abwich? Ließe sich der Planungsvorschlag des Beraters überhaupt umsetzen, ohne dass weitere Umbauten erforderlich sind?

Nach unseren Erfahrungen scheuen viele Küchenkäufer davor zurück, den Vorschlägen eines Experten zu widersprechen, der es doch um so viel besser wissen muss als sie selbst. Dazu besteht kein Grund. Sie dürfen fragen und einwenden, was und so viel Sie wollen. Im Gegenteil, ein guter Berater freut sich über das Interesse seiner potenziellen Kunden.

Haben Sie mehrere Planungsbeispiele gesammelt und sich auch die jeweiligen Kosten kalkulieren lassen, dann legen Sie endgültig den Plan für Ihre neue Küche fest.

Bitte beachten Sie: Erst wenn Sie alle einzelnen Details noch einmal überprüft haben und wirklich zentimetergenau Aufmaß genommen wurde, sollte der Küchenkauf perfekt gemacht werden.

Heinz G. GüntherTV-Küchenexperte Heinz G. Günther warnt vor Abzocke mit fiesen Tricks: "Kaufen Sie keine Küche, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!"

Schritt 4: Küchenhersteller, Geräte und Ausstattung bestimmen

Fast alle Händler arbeiten nur mit einigen wenigen, ausgesuchten Küchen- und Geräteherstellern zusammen. Das hat zur Folge, dass Sie nur die jeweils vom Küchenhändler favorisierten Marken angeboten bekommen.

Doch gerade die Wahl des Küchenherstellers und der Elektrogeräte bestimmen letztlich den Preis einer Küche. Prüfen Sie also im Rahmen Ihres Budgets sorgfältig, welche alternativen Möglichkeiten Sie haben, anstatt einen Vorschlag einfach zu übernehmen. Dies gilt insbesondere für die Geräteausstattung:

Benötigen Sie wirklich den allerneuesten Dampfgarer mit elektronischer Kindersicherung, automatischer Vorwahltaste und integriertem Audioplayer? Oder tut es eine einfache Mikrowelle? Muss Ihr Geschirrspüler 25 Programme zur Auswahl haben, wenn Sie doch ohnehin immer den Eco-Spülgang betätigen?

Was immer Sie dann entscheiden – lassen Sie sich zu nichts überreden, wovon Sie nicht zu 100% überzeugt sind.

Eine komplette Checkliste für Ihre Küchenplanung, Tipps zum Vergleich der Angebote und unsere 7-Schritte-Anleitung, mit der Sie beim Kauf 3.000,00 € und mehr sparen, finden Sie in Clever Küchen kaufen.

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