Nobilia Küchen, einer der ganz großen Küchenhersteller, hat – überspitzt gesagt – nunmehr Küchenhändler aufgekauft. Ziel ist wohl die Direktvermarktung.

Heinz G. GüntherOlaf GüntherDie Autoren: Die Küchen-Experten Heinz G. und Olaf Günther, bekannt aus über 30 TV-Reportagen in SAT1, RTL und ARD.

Beim Begriff Direktvermarktung denken viele Verbraucher, dass hier ein günstiger Fabrikverkauf stattfindet. Beileibe nicht.

Fabrikverkauf macht ein Küchenhersteller, der nicht zunächst an einen Händler liefert, sondern seine Küchen direkt ab Werk dem Endverbraucher verkauft. Diese Handelsstufe also wird übersprungen. Dies ist oft eine gewinnbringende Nische für kleinere Hersteller.

Demgegenüber bedeutet Direktvermarktung von Küchen, dass der Küchenhersteller die Händler keineswegs ausschaltet, sondern sie aufkauft, um sie anschließend darauf zu verpflichten, vor allem seine Küchen dem Endkunden anzudienen. Er vermischt damit Industrie und Handel. Das können sich aber nur Große leisten.

Nobilia ist ein Großer. Er hat sich mit der ebenfalls großen italienischen Snaidero Group zusammengetan, die bereits Direktvermarktung praktiziert. Und das über die Snaidero Tochtergesellschaft FBO Group Paris, die eine Kette von Küchenläden im Franchisesystem betreibt, vorwiegend in Frankreich. Nobilia hält nunmehr 30% der Anteile an FBO und kann deshalb bestimmen, dass seine Küchen in den Franchiseläden vorrangig angeboten werden.

Zur Sache Franchise: Das ist vereinfacht gesagt Geben und Nehmen (oft mehr Nehmen des Gebers als Geben). Der Franchisegeber baut den Laden auf und bestimmt das Warenangebot. Der Franchisenehmer übernimmt den Laden gegen eine einmalige hohe Zahlung und dann fortlaufende niedrigere Zahlungen (Lizenzgebühr) und handelt dann auf eigene Rechnung drauf los. Viel Glück.

Mag das Nobilia Engagement zunächst nur in Frankreich laufen. Immerhin gibt es dort etwa 280 Franchiseküchenhändler. Aber Spanien und Italien sind bereits angepeilt. Es wird möglicherweise nicht ausbleiben, dass Franchiseküchenläden mit dem Nobiliaprogramm irgendwann auch in Deutschland auftauchen.

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