Das erforderliche Loch in der Außenwand beim Abluft-Dunstabzug kann sich zu einem handfesten Problem entwickeln. Vielleicht können Sie von der diesbezüglichen Zuschrift eines Lesers profitieren, weshalb ich sie hier gerne veröffentliche:

Heinz G. GüntherOlaf GüntherDie Autoren: Die Küchen-Experten Heinz G. und Olaf Günther, bekannt aus über 30 TV-Reportagen in SAT1, RTL und ARD.

Vor gut einem Jahr haben wir eine Küche gekauft. Ohne Ihren Ratgeber hätten wir bestimmt viel mehr ausgegeben bzw. weniger für unser Geld bekommen – vielen Dank!

Insgesamt sind wir mit der Küche zufrieden, einen Mangel hat sie dennoch: Der Dunstabzug führt durch die Wand unseres Niedrigenergiehauses nach außen und besteht nur aus einem dünnen Kunststoffrohr mit einer Lamellenabdeckung aus Kunststoff an der Außenwand.

Bei geringen Außentemperaturen wird dieses nicht isolierte Rohr sehr kalt. Nachts bildete sich um das Rohr so viel Kondenswasser, dass nach einigen Wochen ein Regalbrett bzw. die Abdeckung aufquoll.

Dies meldete ich dem Küchenbauer, der eine neue Abdeckung bestellte und beteuerte, so etwas noch nie gehabt zu haben. Für die neuen Abdeckungen (2 Holzbrettchen) wollte er noch 25,00 € haben, die ich aber nach einem Streitgespräch nicht bezahlt habe.

Der Verkäufer nannte als mögliche Ursache ein leichtes Gefälle der Bohrung durch die Wand (was eine andere Firma zu verantworten hat). Ich halte es allerdings für einen Konstruktionsfehler des Küchenplaners, in ein Niedrigenergiehaus eine solche Kältebrücke einzubauen.

Der Küchenbauer sieht als Lösung nur eine wärmegedämmte, elektrisch öffnende Abluftklappe, die mit Einbau aber mehrere hundert Euro kosten würde. Im Laufe des Gespräches wurde er unverschämt und warf mir vor, dass ich ja nichts bezahlen wollte (die Küche kostete schlussendlich 12.500,00 €!), als ich ihn fragte, warum er diese Lösung nicht gleich eingeplant hatte, wenn es doch technisch möglich und notwendig sei. In der Tat sehe ich nicht ein, die Nachrüstung zu bezahlen, zumindest nicht den vollen Preis.

Was halten Sie von dem Fall? Können Sie mir einen Tipp geben?

Da ist dem Grunde nach ein amtlich zugelassener Gutachter gefragt und vielleicht auch ein Jurist. Beides bin ich nicht, aber ich habe eine Meinung zu diesem Problem und habe dem Leser folgendes geantwortet:

„Hallo, meiner Meinung nach sind in Niedrigenergiehäusern die handelsüblichen Mauerkästen für Abluft bei Dunsthauben nach wie vor tückische Kältebrücken. Das Problem ist meines Wissens technisch noch nicht gelöst. Auch bei einer wärmegedämmten Abluftklappe bin ich skeptisch, selbst wenn das Öffnen und Schließen mit dem Ein- und Abschalten des Abzugs gekoppelt ist.

Ich persönlich würde das Loch zu machen und auf Umluft umschalten. Falls es dennoch die wärmegedämmte Klappe geben soll, würde ich lediglich eine Kostenbeteiligung anbieten und ansonsten hart bleiben.“

Heinz G. GüntherTV-Küchenexperte Heinz G. Günther warnt vor Abzocke: "Kaufen Sie keine Küche, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!"


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