Wer nicht blindlings beim erstbesten Händler einen Kaufvertrag unterschreibt und somit viel Geld verschenkt, sondern die Preise vergleichen will, der stößt beim Küchenkauf auf so manche Hindernisse.

Heinz G. GüntherOlaf GüntherDie Autoren: Die Küchen-Experten Heinz G. und Olaf Günther, bekannt aus über 30 TV-Reportagen in SAT1, RTL und ARD.

Heute erhielt ich eine E-Mail von Ursula Blum (Namen anonymisiert):

Im Begriff mir eine neue Küche anzuschaffen, lande ich immer wieder auf Ihrer Internetseite, um mir dort die Tipps anzusehen. Nun möchte ich Ihnen mal berichten, auf welche Barrieren ich bei den Küchenanbietern gestoßen bin:

Zunächst war ich in einem Küchenmarkt in Mönchengladbach. Nach den von mir vorgegebenen, schwierigen Planungsmaßen wurde für die ausgesuchte Einbauküche (von Nobilia Küchen) ein Layout am Bildschirm sowie eine Typenliste angefertigt und ein Komplettpreis kalkuliert. Die Küche sollte an die 6.000,00 € kosten.

Auf die Frage, was ein alternatives Modell von Schüller Küchen kosten würde, das mir auch gut gefiel, antwortete der Verkäufer (ohne dass ich jemals eine Preisvorgabe gemacht hätte), dass das wohl nicht in Frage käme, denn es wäre ja ca. 2.000,00 € teurer. Und nun das Unverschämte:

Ich bat um eine Zeichnung und Typenliste mit Komplettpreisangabe. Dies wurde mir verweigert mit dem Hinweis: Anweisung der Geschäftsleitung und es sei bei den Küchenverkäufern nicht üblich. Ich bekam auch noch zu hören: “Und zu Möbel S. brauchen Sie damit auch nicht zu gehen, die gehören nämlich zu uns.” Das Ganze dauerte an die 3 Stunden. Meine Zeit war völlig fehlinvestiert. Denn natürlich werde ich hier niemals etwas kaufen.

Dann ging ich zu Möbel B. in Nettetal, ein alteingesessenes Familienunternehmen. Vorgewarnt fragte ich bei der Verkäuferin schon zu Beginn, ob Sie die Angebotsunterlagen vor Kauf hergebe, oder ob etwa eine gegenteilige Anweisung der Geschäftsleitung existiere. Sie verneinte dies. Hier dauerte die Küchenplanung etwas länger. Nach 2 Terminen, je ca. 2,5 Stunden, wurde mir dann beim 3. Mal die Küche (Schüller!) am PC vorgestellt für ca. 6.200,00 €. Nun wollte ich natürlich die Angebotsunterlagen (Stückliste und Zeichnung) mit nach Hause nehmen.

Doch da kam der Hammer: Das ginge nicht – Anweisung der Geschäftsleitung. Ich könne mir die Küche ja am PC im Küchenmarkt ansehen und die Details noch mal durchsprechen! Ein Witz! Ich sagte der Verkäuferin, dass ich niemals eine Küche kaufen würde, ohne mir vorher zuhause in aller Ruhe den Vertrag anzusehen. Ich bat, den Inhaber, Herrn B., einzuschalten. Das ist jetzt 2 Wochen her. Von Möbel B. habe ich seitdem nichts mehr gehört.

Diesen unseriösen Praktiken der Küchenhändler muss endlich das Handwerk gelegt werden. Ich habe es gründlich satt, von Küchenverkäufern verschaukelt zu werden, meine Zeit sinnlos zu investieren (wer bezahlt die mir?) und mit nichts nach Hause zu gehen. Ich fordere alle Mitstreiter auf, derart kundenfeindliche Küchenmärkte zu boykottieren, daher nenne ich hier ausdrücklich Ross und Reiter.

Glauben diese Leute wirklich, man unterschreibt einen Vertrag, ohne vorher die Bedingungen zu kennen, ohne dass ausgemessen worden wäre, ohne Stückliste und ohne Zeichnung – einfach blind – auf Vertrauen? Und dann soll man auch noch eine Anzahlung leisten?

Und wenn etwas schief geht, dann wird es auf dem Rücken der Kunden ausgebadet. Das kann doch nicht sein!

Ich hoffe, nun einen seriösen Anbieter gefunden zu haben. Er gibt zumindest alle Unterlagen heraus und verspricht, vor Vertragsunterzeichnung auszumessen. Die Küche soll nun zwar an die 7.000,00 € (von Bauformat Küchen) kosten, aber das wäre mir die Sache wert. Die Frage ist, ob der Preis wettbewerbsfähig ist? Wie kann ich das nun herausfinden? Und wie ist die Qualität beim Küchenhersteller Bauformat einzustufen? Wissen Sie mehr? Mit freundlichen Grüßen, Ursula Blum.

Ich schrieb zurück:

“Hallo Frau Blum, vielen Dank für Ihre E-Mail.

Was Sie da beschreiben – nämlich dass viele Händler die Angebote nicht schriftlich herausgeben – ist eine gängige Verkaufsmasche in der Küchenbranche. Der Grund für diese Praxis ist simpel: Solche Händler fürchten den Preisvergleich, weil deren Angebote eben nicht wettbewerbsfähig sind.

Und wenn sich die meisten Küchenkäufer richtigerweise so verhalten würden wie Sie, dann wäre es mit diesem Versteckspiel und der Intransparenz bei den Preisen rasch vorbei.

In unserem Ratgeber Clever Küchen kaufen haben wir beschrieben, wie man am besten auf diese Verkaufsmasche reagiert und trotzdem zu den Angebotsunterlagen kommt. Dort finden Sie auch das Qualitäts-Ranking der Küchenhersteller und unsere 7-Schritte-Kaufstrategie, mit der Sie zum besten Preis für Ihre Wunschküche kommen.”

Heinz G. GüntherTV-Küchenexperte Heinz G. Günther warnt vor Abzocke: "Kaufen Sie keine Küche, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!"


Clever Küchen kaufen
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