Dass die Do-it-yourself-Branche seit längerer Zeit verstärkt darum bemüht ist, auch im Küchenhandel Fuß zu fassen, hatte ich bereits in meinem Artikel Küchen vom Baumarkt beleuchtet.

Heinz G. GüntherOlaf GüntherDie Autoren: Die Küchen-Experten Heinz G. und Olaf Günther, bekannt aus über 30 TV-Reportagen in SAT1, RTL und ARD.

Und dass preisbewusste Küchenkäufer auf der Suche nach einem passenden Modell durchaus daran denken, in einem Baumarkt fündig zu werden, zeigt nicht erst die Zuschrift von Anja Decker (Name geändert):

Betreff: Küchenplanung und Küchenkauf im Baumarkt

Wir befassen uns seit einiger Zeit mit der Küchenplanung in unserer Zweitwohnung. Diese Wohnung nutzen meine Frau und ich unter der Woche. Am Wochenende kehren wir aber regelmäßig in unser Reich, sprich unsere Erstwohnung zurück. Infolgedessen suchen wir für unsere Zweitwohnung nur eine günstige Küche.

Und da diese nicht einen Riesenbatzen Geld kosten muss, trieb es uns fast automatisch ins schwedische Möbelhaus. Unsere Erwartung, dort günstig einkaufen zu können, wurde uns nach einer Auflistung der notwendigen Einzelteile jäh genommen.

Also ging der zweite Weg in den Baumarkt. Wir hatten die Idee, dass man dort Einzelteile zusammenstellen kann, die man frei nach dem Do-it-yourself-Credo mit nach Hause nehmen und selbst aufbauen kann. Keine Sorge: Wir haben einen ausgebildeten Schreiner im Freundeskreis, der den Aufbau gerne durchführen wird.

Aber auch in den Baumärkten haben wir nicht das gefunden, was wir uns vorgestellt hatten. Wir waren echt erstaunt, dass Baumärkte bisher keine Kücheneinzelteile vorhalten, die man sich zu einer kompletten Küche zusammenstellen kann. Einige Baumärkte führen mittlerweile zwar Küchen, aber der Stil des Verkaufs dort erinnert eher an den in „echten“ Möbelhäusern.

Die Ausstellungsstücke haben uns auch nicht überzeugt. Die günstigen Preisklassen strahlten minderwertige Qualität aus. Die höherwertigen Küchen lagen in einem Preissegment, das wir eher in Möbelhäusern erwartet hätten. Unsere Vorstellung, eine Küche aus einem Standardrepertoire von Einzelteilen quasi aus dem Regal zusammenzustellen, wurde wiederum nicht erfüllt. Oberschränke, Unterschränke, Sonderschränke für Herd und Spülmaschine und dazu nette Fronten und eine Arbeitsplatte: Das scheint es nicht zu geben.

Genau dazu habe ich eine Frage an Sie. Denken Sie, dass man Küchen in Deutschland nach dem oben beschriebenen Muster nicht vertreiben kann? Oder werden wir vielleicht in Geschäften fündig, die wir bisher nicht aufgesucht haben? Angesichts des deutschlandweiten Rufs nach geilem Geiz dachten wir, es muss zwangsläufig einen Mitnahmemarkt mit Küchenteilen zum Selbstaufbauen geben. Haben wir uns da getäuscht?

Ich antwortete:

„Hallo Frau Decker, jede größere Küche ist ein Unikat und besteht aus sehr vielen Einzelteilen. Wenn sie dann auch noch gut aussehen und alles passen soll, dann setzt das schon eine Portion Sachkenntnis bei der Küchenplanung bzw. bei der Auswahl der Teile voraus.

Falls ein Baumarkt tatsächlich Küchen zum selbst Zusammenstellen anbieten würde, müsste er also zunächst Hunderte (!) von Teilen vorrätig halten (Lagerkosten!). Wenn er dann seine Kunden nach dem Motto „Bitteschön, hier sind unsere Küchen. Suchen Sie sich etwas Passendes aus. Viel Spaß!“ losschickt, hätte das am Ende viele meckernde Kunden zur Folge, weil die im DIY-Verfahren zusammengestellte Küche oft nicht passt, Teile umgetauscht werden müssen usw. Da hilft dann auch der beste Schreiner nicht.

So etwas tut sich natürlich kein Händler an. Daher werden selbst Küchen im Niedrigpreissegment (z.B. Impuls Küchen und Pino Küchen) von fachkundigen Küchenberatern geplant und dann anschließend beim Hersteller individuell gefertigt.

Einzelne Küchenelemente für sehr einfache Küchen-Lösungen (Küchenblock, Küchenzeile) können Sie bei den Möbeldiscountern (z.B. Poco, Roller) durchaus kaufen und dann selbst zuhause aufbauen.“

Heinz G. GüntherTV-Küchenexperte Heinz G. Günther warnt vor Abzocke: "Kaufen Sie keine Küche, bevor Sie nicht diesen Bericht gelesen haben!"

Ein Kommentar zu “Küchenplanung, Küchenkauf und Baumarkt – geht das nicht zusammen?”

  1. Monika Martin sagt:

    Liebe Sucher von "preiswerten" Küchen! Am Anfang steht immer die Küchenplanung – auch für die Ferien-Zweit-Wohnung. Da schon liegt die größte Einsparmöglichkeit, und darin lohnt es sich zu investieren! Wenn die Planung gut ist, die Möbelteileaufstellung, die Gerätebeschreibung komplett, dann können Sie damit überall nach Festkosten incl. Aufbau fragen. Sie werden überrascht sein, wie preisWERT auch gute Küchen sind. Billig – was ist das? M. Martin, Einrichtungsberatung


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